AmRe-LoCO
Kurzbeschreibung
Digital-unterstützte ambulant-medizinische Rehabilitation bei Long-COVID-Syndrom
Mit dem vom Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) geförderten Projekt AmRe-LoCO (Digital unterstützte ambulant-
medizinische Rehabilitation bei Long-COVID-Syndrom) wird ein hybrides Versorgungskonzept erprobt. Das neue Konzept soll Betroffenen schnellere Hilfe ermöglichen und zugleich Arztpraxen entlasten.
Long-/Post-COVID-Syndrom (LPC) stellt das Gesundheitssystem vor komplexe Herausforderungen. Trotz der Evidenz für multimodale, nicht-pharmakologische Ansätze, wie die Bewegungstherapie, mangelt es im ambulanten Sektor an einer flächendeckenden, koordinierten Versorgung.
Ziele des Projekts AmRe-LoCO sind Konzeption, Realisation und Evaluation einer leitliniengerechten, personzentrierten Versorgung durch Synergie aus regionaler Vernetzung und telemedizinischer Unterstützung.
Evaluiert wird ein multimodal-interprofessionelles Behandlungskonzept im Rahmen einer randomisiert, kontrollierten Studie CT (Parallelgruppendesign, nInkludiert = 90). Ein wichtiges Element ist eine individualisierte Bewegungstherapie eingebettet in ein netzwerkbasierten Case-Managementansatz, koordiniert durch ein lokales Arzt-Netzwerk. Die telemedizinische Intervention bestand aus Videosprechstunden, digitalen Therapiemodulen und Monitoring-Tools. Die Evaluation untersucht die Machbarkeit (z.B. Akzeptanz bei Nutzenden und Behandelnden, Wirtschaftlichkeit) und Wirksamkeit (Outcomes wie z.B. Krankheitssymptome, Lebensqualität) dieser komplexen Intervention.
Projektförderung
Fördergeber
Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG)
Programm
Versorgungsforschung
Förderkennzeichen: /
Projektleitung und Projektpartner
Leitung
Arzt-Netz für die Region Lahn-Dill e.V. (A.N.R. e.V.)
Webseite
Partner
Willy Robert Pitzer-Institut für Versorgungsforschung und Rehabilitation der Technischen
Hochschule Mittelhessen (FB 05)
DVGS e.V.
Rolle des DVGS e.V. im Projekt
Der DVGS e.V. begleitet die Entwicklung der Versorgung für Long- und Post-COVID-Betroffene durch die Verknüpfung von fachlicher Qualifikation, konzeptioneller Beratung und dem Transfer in die ambulante Gesundheitsversorgung.
1 Qualifikation
Im Bereich der Qualifikation bereitet der Verband Fachkräfte gezielt auf die Anforderungen des Krankheitsbildes vor. Die spezialisierte Fortbildungslizenz „Sporttherapie bei Long-/Post-COVID“ vermittelt dabei die notwendigen Kompetenzen, um auf die vielfältige Symptomatik einzugehen und diese in der Konzeption, Realisation und Evaluation der Sport-/Bewegungstherapie sicher zu berücksichtigen.
2 Konzeption und Beratung
Der DVGS bringt seine Expertise in die Gestaltung multidimensionaler Therapieansätze ein. Dies umfasst die Differenzierung von Zielen, Inhalten und Methoden sowie deren Abstimmung auf indikationsspezifische Besonderheiten. In diesem Kontext ist der DVGS zudem aktiv in die Erstellung der fachübergreifenden AWMF-Leitlinie zu Long-/Post-COVID involviert, um eine evidenzbasierte Versorgung sicherzustellen.
3 Nachhaltigkeit und Transfer
Hinsichtlich der Nachhaltigkeit und des Transfers unterstützt der DVGS das Vorhaben als Projekt der Versorgungsforschung. Der Verband bringt sein Know-how ein, um Konzepte für den langfristigen Transfer der Ergebnisse in die ambulante, wohnortnahe Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Ziel ist es, die erarbeiteten methodischen Zugänge dauerhaft in der Versorgungsstruktur zu verankern und die Nachhaltigkeit der therapeutischen Effekte zu sichern.
Einordnung des Projekts
Long-/Post-COVID stellt das Gesundheitssystem vor neue, komplexe Herausforderungen. Aufgrund der Vielschichtigkeit der Beschwerden ist ein rein fachspezifischer Blickwinkel oft nicht ausreichend. Es bedarf zwingend eines interdisziplinären Ansatzes.
In der medizinischen Rehabilitation hat sich der interdisziplinäre, multimodale Ansatz erfolgreich etabliert. Diese Strukturen ermöglichen eine intensive Betreuung, sind jedoch zeitlich begrenzt. Hingegen besteht weiterhin ein erheblicher Bedarf an evidenzbasierten Ansätzen für die ambulante, wohnortnahe Versorgung. Hier müssen Lösungen gefunden werden, die eine kontinuierliche Begleitung im gewohnten Lebensumfeld ermöglichen.
Das Projekt AmRe-LoCO adressiert diese Lücke, indem es telemedizinische Ansätze mit individualisierten Maßnahmen kombiniert. Ein zentrales Case-Management koordiniert dabei die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen, um eine lückenlose und leitliniengerechte Versorgung sicherzustellen. Letztlich liefert das Projekt valide Daten, um multimodale Therapiekonzepte nachhaltig in der ambulanten Gesundheitsversorgung zu verankern.
Verweise und Downloads
Projektwebseite AmReloco: Details zur Versorgungsforschung und den spezifischen Projektinhalten (Ambulante Rehabilitation bei Long-COVID).
AWMF-Leitlinie Long/Post-COVID: Die offizielle fachübergreifende Leitlinie zur Diagnostik und Therapie.
Eckpunktepapier DRV: Eckpunktepapier der Deutschen Rentenversicherung für die medizinische Rehabilitation bei Post-COVID-Syndrom
DVGS-Lizenz: Sporttherapie bei Long-COVID: Informationen zur fachspezifischen Qualifizierung für Sport- und Bewegungstherapeut*innen.
BMG Forschungsförderung & G-BA Richtlinien: Hintergründe zum Förderschwerpunkt des Bundesministeriums und den Regelungen des G-BA
Initiative Long COVID (BMG): Das Informationsportal des Bundesministeriums für Gesundheit für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte.
