2026 | 02 Sporttherapie ist sexy

Wissenschaft
Krafttraining in ambulanten Herzgruppen – eine Querschnittsuntersuchung der Trainingsintensitäten – Annika Schnalke, Thomas Schmidt,
Motivational Interviewing in der kardiologischen Rehabilitationsnachsorge – Effektivität einer Intervention zur Förderung der körperlichen Aktivität im Alltag – Anna Katharina Fuchs, Thomas Messner
Krafttraining bei Depressionen: Best-Practice-Empfehlungen und Dosis-Wirkungs-Überlegungen – ein systematisches Review – Leonardo Sesin Martinez, Gunnar Liedtke, Jan Schröder
Praxis
Bewegung, Sport und Gesundheit als Schlüsselthema in der Politik – Mischa Kläber, Inke Ruhe
Wenn Theorie auf Praxis trifft: zweitägiges Therapeut*innentreffen in der onkologischen Bewegungstherapie – Corinna Meyer-Schwickerath, Laura Sabel, Jean-Luc Paratte, Maximilian Köppel, Dritan Jenuzi, Nora Zoth, Joachim Wiskemann
Editorial
Sporttherapie ist sexy.
– in der Kardiologie, bei Depression und in der Onkologie.
Vor 40 Jahren bedeutete „Sporttherapie“ heftige Diskussionen zur Daseinsberechtigung mit der Medizin, der Psychologie und weiteren Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung.
Die langjährige und hartnäckige Qualitätssicherung durch Evidenzbasierung der Sporttherapie, die Vertretung in Leitlinien, die Verankerung der Sporttherapie in der bewegungsbezogenen Gesundheitsversorgung bei allen zuständigen Leistungsträgern und die konsequente Professionalisierung haben dazu geführt, dass die Sporttherapie als Leistung in der Gesundheitsversorgung hochattraktiv geworden ist.
Der demografische Wandel bei Fachkräftemangel intensiviert die Attraktivität der Sporttherapie. Diese Anziehungskraft wirkt aktuell besonders stark in der Medizin, Psychologie und bei weiteren Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung.
Der für die Sporttherapie zuständige Fachverband DVGS ist künftig aufgefordert, die Identität und Alleinstellungsmerkmale der Sporttherapie noch deutlicher darzulegen und vor einer Trivialisierung zu schützen.
Die Artikel dieser Zeitschriftenausgabe bieten „Varia“ der Indikationen der Sporttherapie. „Kraft- und Ausdauertraining“ bilden dabei die Schwerpunktbeiträge. Und an dieser Stelle knüpfen die dargelegten Überlegungen an:
- Sporttherapie ist weit mehr als Kraft und Ausdauer, sie geht über die bloße Anwendung trainingswissenschaftlich begründeter und belastungsdosierter Maßnahmen hinaus.
- Die „heiße Wirkung“ der Sporttherapie liegt in deren Mehrdimensionalität begründet. Diese geht in einem bio-psycho-sozialen Kontext über den biologisch-medizinischen Ansatz zur Wiederherstellung von Körperstrukturen und Körperfunktionen hinaus.
- Sporttherapie vermittelt bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz. Der besonderen Wirksamkeit der Gruppentherapie in der Großgruppe kommt hierbei besondere Bedeutung zu.
Eine differenzierte Übersicht zur Mehrdimensionalität der Sporttherapie finden interessierte Leserinnen und Leser in der kommenden Heftausgabe im Juni 2026, denn: Sporttherapie ist Mehrwert.
Angelika Baldus