DVGS Blog

Wie belastet sind Pflegende?

In Deutschland arbeiten heute deutlich mehr Menschen in Pflegeberufen als noch vor einigen Jahren. Insgesamt sind rund 1,7 Millionen Menschen in der Pflege sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon ein großer Teil in der Altenpflege – alleine in Pflegeheimen arbeiten etwa 817.000 Personen. Der Anteil weiblicher Beschäftigter liegt bei etwa 80–82 %, und rund die Hälfte der Mitarbeitenden arbeitet in Teilzeit, was den Arbeitsmarkt zusätzlich prägt [1].

Die Zahl der Pflegeeinrichtungen hat sich ebenfalls verändert: In Deutschland gibt es etwa 16.500 stationäre Pflegeheime und rund 15.500 ambulante Pflegedienste, die die Versorgung pflegebedürftiger Menschen gewährleisten [2]. Der demografische Wandel wirkt sich weiterhin stark auf den Arbeitsmarkt aus: Ein erheblicher Anteil der Beschäftigten ist bereits älter (zum Beispiel rund 23 % sind 55 Jahre oder älter), was in den kommenden Jahren zu weiteren Personalabgängen führen wird [3].

Der Fachkräftemangel bleibt eine zentrale Herausforderung. Trotz eines Beschäftigungszuwachses in den letzten Jahren ist es nach wie vor schwierig, freie Stellen zu besetzen – offene Pflegefachkräfte-Stellen bleiben im Durchschnitt viele Monate unbesetzt und Engpässe werden durch den Zuwachs von ausländischen Pflegekräften abgefedert. Rund 18 % der Pflegekräfte haben inzwischen eine ausländische Staatsangehörigkeit [4].

Arbeitsbelastung und Gesundheit

Die physische und psychische Belastung im Pflegeberuf ist weiterhin hoch. Krankenstand-Auswertungen zeigen, dass Pflegekräfte im Jahr 2024 im Durchschnitt rund 28,5 Fehltage pro Jahr verzeichneten – deutlich mehr als der Durchschnitt aller Beschäftigten mit etwa 18,2 Tagen. Altenpflegekräfte lagen teilweise bei über 33 Tagen [5]. Regionale Daten (z. B. aus Niedersachsen) bestätigen diesen Trend mit durchschnittlich 29,4 Tagen Krankenstand im Jahr 2024 für Pflegekräfte. [6]

Auch psychische Belastungen spielen eine bedeutende Rolle: Branchenreports zeigen eine hohe Zahl psychisch bedingter Fehltage unter Pflegekräften, beispielsweise aufgrund von depressiven Störungen und Stressfolgen – Pflegeberufe gehören in manchen Auswertungen zu den Berufsgruppen mit besonders vielen psychisch bedingten Arbeitsausfällen [7].

Einkommen und Arbeitsmarkt

Die Vergütung in der Pflege hat sich in den letzten Jahren erhöht, liegt aber nach wie vor unter dem durchschnittlichen Einkommen in vielen anderen Berufen – abhängig von Tarifverträgen und Region. Konkrete branchenweite Durchschnittswerte variieren stark, doch zeigen Tarifbewegungen und individuelle Meldungen, dass Pflegefachkräfte mittlerweile oft Bruttolöhne deutlich über dem früheren Niveau erzielen (regional oft zwischen ca. 4.000 € und 5.000 € brutto bei Fachkräften, je nach Erfahrung und Tarif) [8].

Fazit

Insgesamt zeigt sich, dass:

  • Mehr Menschen in der Pflege beschäftigt sind, aber der Fachkräftebedarf weiterhin hoch ist
  • Ein hoher Frauenanteil und Teilzeitquoten typisch sind
  • Die Versorgung stark von ausländischen Arbeitskräften abhängt
  • Krankenstände und psychische Belastungen über dem Durchschnitt liegen
  • Gehälter gestiegen, aber weiterhin ein Thema für Attraktivität und Fachkräftegewinnung sind

Quellen